Von Gänseblümchen und anderen Drachentötern...

    • Gedankenverloren stand sie am Fenster im ersten Stock des Roten Rabens, der Anblick der alten Bäume, die sie in der Dunkelheit nur erahnen konnte, weckte ein vertrautes Gefühl, fast, wie ein nach Hause kommen, aber der Schein trog. Statt bequemen Leders trugt sie eine schwarze-weiße Robe und statt schalem Bier hatte sie ein verdammtes, verziertes WeinGLAS in der Hand. Sie riss sich aus den Gedanken an Vergangenes los, die Zeiten waren jetzt andere und mehr noch… sie war inzwischen jemand anderes. Sie stellte das Glas ab zog Wappenrock und Kleidung aus und schlüpfte nach einer kleinen Wäsche mit viel zu kaltem Wasser – immerhin es gab Dinge, die änderten sich nie – unter die Decke.

      Ihre Hand griff erneut nach dem Glas, der Abend war besser gelaufen als gedacht. Sie hatte sich über den Markt erkundigt und einen schreiend simplen Weg gefunden die Ritter schon im Vorfeld mit dem Haus Dämmerwacht bekannt zu machen. Sie hätte wohl zufrieden sein sollen. Sie ließ einige Augenblicke verstreichen und probierte den Wein bevor sie sich den Tisch näher ans Bett zog und samt Decke davor in Stellung ging um ihren Bericht zu schreiben…
    • Lyrelle lag schon lange wach und beobachtete wie sich das Licht des neuen Tages langsam mehr und mehr der Nacht entledigte, es würde aber noch ein paar Stunden dauern, bis der Tag anbrach. Sie erhob sich und trat an ein kleines Fenster heran und sah hinaus. Leichter Nieselregen fiel herab und nur vereinzelt konnte man einen kurzen Blick auf den Nachthimmel werfen. Immerhin blieb einem so der Anblick von Argus erspart.

      Sie wandte sich ab und zog ein kleines Kistchen unter dem Bett hervor, neben einem halb aufgegessenen Glas Honig, einem schreiend roten Stoffkürbis und ein paar anderer Kleinigkeiten lag er noch da. Der Brief, der ihr ihre Freiheit zurück gebracht hatte. Er war immer noch ungeöffnet, als würde er verschwinden wenn sie jemals das Siegel brach. Sie lächelte schief, es kam ihr erst wie gestern vor, als sie in dieser kleinen Baracke ausharrte und sich entscheiden sollte. Für den Orden und leben oder dagegen und hängen. Als sie Tage bei Paiyu in der Werkstatt verbrachte, die für die gebürgt hatte.

      Ihr Talent zur permanenten Überschreitung ihrer Rolle als Kathul hatte ihr eine Menge Ärger eingebracht aber sie hatte stets dafür gerade gestanden und immer ihre Aufgaben erledigt, war nie ganz aus dem Blickfeld verschwunden, hatte sich letztlich das Vertrauen durch ihre Taten verdient. Der Verlust der Freiheit war damals das Schlimmste gewesen und heute…Sie schüttelte den Kopf, bevor sie noch sentimentaler werden konnte erhob sie sich und zog sich an. Als sie in die kühle Morgenluft trat galt ihr Weg dem massiven Käfig am Rande des Hofes. Da stand sie da, diese überaus hässliche nekromantische Schöpfung. Sie hockte in einer Lache aus Regen und Sekreten die gelegentlich zäh hinabtroffen, doch als sie näher trat kam Bewegung in den Alghul. Sie nickte den Wachen zu, trat näher und betrachtete das Geschöpf.

      Alles an ihm schien zum Töten da zu sein, der lange, massige Schädel senkte sich leicht und gab einen guten Ausblick auf den knochigen Kamm, der gleichsam einer stumpfen Klinge darauf thronte. Der breite Unterkiefer, der den schmaleren Oberkiefer überragte erinnerte Lyrelle an einen Krokolisken, obwohl der Kopf nur entfernte Ähnlichkeit damit hatte. Dennoch sah der Kiefer kräftig genug aus, große Stück aus einem Opfer heraus zu beißen. Mit grimmiger Zufriedenheit bemerkte sie, dass es gelungen war den kräftigen Stachelschwanz am Käfig zu fixieren. Am Ende befand sich eine 20cm breite stachelige Knochenkeule, die in etwa dieselbe verheerende Wirkung wie ein Morgenstern hatte. Sie fügte sich perfekt an den Rücken mit dutzenden von fast unterarmlangen Dornen, die mit Sicherheit einen Mann aufspießen konnten.

      Mit leisen, klackernden und schnarrenden Lauten drehte sich die Kreatur so, das sie Lyrelle eingehend mustern konnte, ebenso, wie sie selbst es musterte. Aus den Augen sprach eine erschreckende Intelligenz, das leicht geöffnete Maul und die fast schon sanften Laute gaben der Szene eine unterschwellige Bedrohung. Unwillkürlich wanderte die Hand der Frau auf die frische Wunde, die sie einem seiner Art zu verdanken hatte. Die Augen folgten der Bewegung und der Ausdruck wirkte fast… amüsiert. Eine der dreifingrigen Klauen legte sich um das Käfiggitter damit sich der Arghul etwas herumziehen konnte. Die sehnigen Muskeln der langen, drahtigen Vorderläufe spannten sich an und der ganze Käfig wankte leicht als die kräftigen, katzenartigen Hinterbeine den Leib nachschoben. Sie selbst hatte gesehen, wie schnell und behände diese Kreaturen waren, trotz der Größe und Unförmigkeit.

      Sie hatte nun seine volle Aufmerksamkeit und trat einen Schritt vor. Abschätzend dann einen weiteren. Der lange Vorderlauf schoss vor die Krallen streckten sich und kratzen leicht über ihre Rüstung während sie noch wenige Zentimeter aus seiner Reichweite war. Mit einem enttäuschten grollen zog die Kreatur sich zurück, die in Stellung gegangen Wachen ließen die Waffen wieder sinken und betrachteten Lyrelle als wäre sie nicht ganz frisch. War sie vielleicht auch nicht. Sie atmete tief durch, holte ihr Herz wieder aus der Hose und warf einen letzten Blick auf den Alghul. 'Dann ein anderes Mal.' schien er ihr sagen zu wollen, dann galt sein Blick dem Licht des heraufziehenden Tages und er zog sich in die Käfigmitte zurück.

      Lyrelle wusste, dass dies seine Ruhezeit einläutete, Tageslicht ließ die Kreatur in eine Art starre fallen. Wenigstens etwas…

      Sie winkte einen Es-Kathul heran. „Wenn es schläft bringt den Käfig auf den Wagen, wir bringen es in den Sumpf. Unsere Magiefreunde versuchen herauszufinden ob der Nebel eine Auswirkung auf es hat oder es grundsätzlich immun ist um mehr über diesen mysteriösen Nebel in Erfahrung zu bringen.“

      Und so rumpelte der Käfig langsam im ersten Licht des Tages in Richtung Sumpf.

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    • Es war Freitag…und es war viel zu früh…

      „Aufstehen!“ jemand hämmerte an ihre Tür. „Ja, Sir…sofort Sir…“ murmelte Lyrelle schlaftrunken und stolperte kurz danach ins Freie. Mit Schlaf in den Augen nahm sie ihre Umgebung nur schemenhaft wahr und orientierte sich an ihrem Vordermann. „Habt ihr’s wieder mit der Hüfte, Sir? Ihr geht so komisch?“ hakte sie nach, abrupt stoppten sie, eine gute Gelegenheit den Schlaf aus den Augen zu wischen. „WAH! Ihr seid ja eine Frau! Ich war das nicht, Sir, ich schwöre, ich bin nur das Opfer der Umstände?“ „Unfug! Ich bin euch doch angekündigt worden. Mein Name ist Madame Ilse, die Kammerzofe der Lady von Wolfenberg. Und jetzt hopp hopp! Wir wollen euch für morgen schön machen.“ sagte die gestrenge Frau vor ihr und schliff die überrumpelte Adjutantin einfach mit.

      Wenig später in einer Kammer des Grauens…

      „So!“ sagte Ilse. „Hier haben wir Kleid, Schuhe, Schmuck, Schleifen für Haar und Hüfte, alles fein abgestimmt. Dieses Altrosa wird euch wunderbar stehen.“
      „Alt was?“
      „Altrosa.“
      „Aber ich will nicht alt aussehen? Das ist ja furchtbar und diese Puffdinger da?“
      „Schnick schnack! Altrosa ist perfekt.“
      „Ich steige höchstens in dieses Kleid, wenn einer von uns beiden tot ist.“
      „Unerhört, was erlauben sie sich?“
      „Purpur!“
      „Bitte?“
      „Über Purpur kann man reden.“
      „Ich verhandele doch nicht mit ihnen, die Herrin hat vollstes Vertrauen in meine Empfehlung.“
      „Ich kann furchtbar ungeschickt sein.“
      „Bitte?“
      „Ich fürchte, ich werde auf einer Stufe einen Fehltritt tun und das ganze Kleid ruinieren. Dann kann ich natürlich so gar nicht mehr am Varieté teilnehmen.“ In Lyrelles Stimme schwang gespieltes Bedauern mit.
      „Das ist ja wohl die Höhe, ich kann nicht glauben was sie da sagen, das würde doch kein Mädchen mit Anstand tun.“
      „Ihr kennt wohl meinen Ruf nicht, was?“ Lyrelle holte Luft, doch wurde sie durch eine Geste unterbrochen und atmet die ungesagte Litanei nur lautstark aus.
      „Schon gut, ich wurde gewarnt. Also Purpur, meinet wegen. Ist dieses hier genehm?“
      Lyrelle beäugte ein paar Kleider kritisch und wählte ein ihr halbwegs brauchbar erscheinendes aus.
      „Gut, zuerst kommt sowieso die Corsage.“ sagte Ilse
      „Die Cor…oh nein, neinneinnein.“

      *flapp* *pyff* *rumm!“ *zurr!* *Röchel*

      „Aaaah wunderbar.“ Die Kammerzofe klatschte zufrieden in die Hände. „Ohne geht gar nicht, eure Haltung ist ja gleichsam wie die eines nassen Sacks. So ist es viel besser. Außerdem betont es eure…“ Sie machte mit den Händen zwei Halbschalen vor der Brust, dabei nickte Ilse mehrfach. „Nun noch das Kleid überziehen, hier etwas Steppen, dort etwas Kürzen, hier stecken, die Schleifen machen wir hier und hier und hier hin…“

      Lyrelle war dank der Corsage nur damit beschäftigt genug Atem zu bekommen und nahm die nächsten 20 Minuten ihre Umwelt nur noch tunnelhaft wahr. Irgendwann kam Ilse wieder in ihr Blickfeld. Lyrelle fächerte mit der Hand. „Luft! Luft!“ Ilse zögerte dann hellte sich ihr Gesicht auf. „Ach der Fächer, natürlich!“ *papp* Lyrelle starrte ungläubig auf den schmalen Fächer in der Hand und wollte Ilse gerade demonstrieren was sie davon hielt, aber die war schon weg. Geschickt löste diese die Bindung der Corsage und entließ Lyrelle aus ihrem Kleid. Bevor diese auch nur ihr Lungenvolumen wieder austesten konnte sprach die Kammerzofe bereits in einem Ton der keine Wiederrede zuließ: Morgen selbe Zeit, ihr werdet gebadet, gebürstet und was alles nötig sein wird um euch auf den Abend vorzubereiten. Die Schuhe lasse ich euch schon da zum üben. Wehe da ist Schmutz dran!“

      Die Tür klappte und Lyrelle blieb einen Moment allein in der Kammer. „Ich…ich brauche etwas zu Trinken…“ sagte sie kläglich in das Zwielicht des kommenden Tages.

      Wenig später…

      „Lieber Altvater, wenn ich mir sonst ja auch nichts wünsche, aber dieses Jahr wünsche ich mir, dass Sir Arken im nächsten Leben eine Frau wird.“ Sie knüllte den Zettel zusammen und schnippste ihn aus dem Fenster – Wünsche soll man ja fliegen lassen.
    • *Unter Lyrelles Fenster hört man das unsachgemässe Fluchen eines Grossmeisters als er ein Papierknöllchen an den Kopf kriegt*

      " LYRE...oh ah ooooohhhhahahah SAM AUS AUS BÖSEWAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHRRglglglgl"...bei Papierbällchen kann "die kleine" einfach nicht wiederstehen.

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    • Es war fast schon Morgen als Lyrelle endlich ins Bett ging, ein leichtes Lächeln umspielte dabei ihre Lippen. Der unerwartete Gast in der Burg gegenüber übte einen schon lange nicht mehr verspürten Reiz aus, er war mehr als er vorgab zu sein und er wusste, dass sie das wusste. Das begonnene Spielchen verursachte ein begrabenes aber nicht minder vertrautes Gefühl der wachsamen Vorsicht und vor allem Neugierde…

      Doch das würde die Zeit mit sich bringen, noch in der Nacht hatte sie Lord von Silwell geschrieben und um Unterstützung für Reisevorbereitungen gebeten. Ihre persönlichen Belange würden warten müssen. Und jetzt war es eindeutig Zeit für ein ausgiebiges Nickerchen!

      …2 Stunden später…

      „Aufstehen!“ es hämmerte an der Tür, oh nein, die Zofe hatte sie total vergessen. „Niemand daaaaa! Bin auch so schön genug, hat gereicht…“ murrte Lyrelle zurück. „Mr. Brend, Operation Sahnetorte starten.“ Kam es von vor der Tür, hastig richtete sich Lyrelle auf und stürzte im Hemdchen Richtung Tür. „Nein, nein…ich kriege vom Pater nie eine neue Tür!“ jammerte sie auf dem Weg und riss selbige gerade rechtzeitig auf um den Stiefel Schuhgröße 58+ auf sich zufliegen zu sehen. Dieser traf dann auch statt der Tür, ihren Brustkorb.

      „Miiiiiiiiiiieh!“ sagte sie geistreich, bevor es die junge Frau auf die Bretter schickte. Zuerst kam das Gesicht vom Brocken ins Blickfeld, er sah sie an, wie ein bedröppelter Bernhardinerwelpe, dann folgte die Zofe, die nickte zufrieden. „Gute Arbeit, Mr. Brend, seltsame Taktik, einschlagendes Ergebnis.“ Das war das Letzte was Lyrelle hörte, bevor die Lichter ausgingen. Einige Zeit später erwachte sie, Schmerz durchströmte in Wellen ihren Körper und sie sah sich um. Sie war noch in ihrem Zimmer, lag offenbar auf einer Bare, der Brocken saß an ihrem Tisch und salutiere mit der Gabel, auf der ein üppiges Stück Himbeercremetorte aufgespießt war. „Ich fühle mich, als säße mir eine alte Vettel im Kreuz…“ wimmerte Lyrelle.

      „Fräulein Lyrelle, ich muss schon sehr bitten.“ Kam es tadelnd von ihrem Rücken. Madame Ilse saß rittlings in ihrem Kreuz und massierte ihre Schultern. Stöhnend und fahrig hob die Adjutantin ihre Hände. „Was…zum Nether ist das?“ „Ich habe mir erlaubt, euch zu baden und euch besondere Pflege angedeihen zu lassen, die Creme macht die Haut ganz weich und die Nägel sind gefeilt und poliert.“ erläuterte Madame Ilse „Ihr habt mich gebadet?“ Lyrelles Blick wanderte wieder zum Brocken, der antwortete mit einem Honigkuchenpferdlächeln. Schlaff ließ sie die Arme sinken und gab jeden Widerstand auf, recht zufrieden tätschelte die Zofe dann ihre Schulter. „So ist’s gut, Fräulein, schön entspannen.“

      So verstrich ein ganzer Vormittag mit Pflegen, Haare waschen, schneiden, flechten, wieder öffnen, Spangen setzen, Parfümieren und so weiter und so fort. Am Ende war die Luft schwanger von einem Gemisch aus fruchtigem Parfüm und Himbeercremetorte. Lyrelle stand im Licht des Fensters und verfolgte jede Bewegung der Kammerzofe, die eben den Pinsel verstaute, mit dem sie einen leichten Kupferton auf die Augenlider gezaubert hatte. „Ihr seht bezaubernd aus.“ sprach sie mit Stolz in der Stimme und nickte dann dem Brocken zu. „Aufbruch Mr. Brend.“ Draußen vor der Tür riss es sie dahin und sie schlug mit ihrer zierlichen Hand in die Pranke des Brocken. Dann gewann sie ihre Contenance zurück und schritt steif und streng wie eh und je zu der bereits wartenden Kutsche.

      Kurz danach schnuffelte eine feine Worgennase durch die leicht geöffnete Tür, aus der Luft ließen sich aufschlussreiche Informationen aus den Düften von Himbeere, Orange, Schweiß und Tränen lesen. Lyrelle stand immer noch reglos da im Gegenlicht des Fensters. „Wenn nur EINER auch nur IRGENDETWAS sagt, vergesse ich mich.“ Die - bis auf leichte Akzente - monotone Stimme der Adjutantin ließ die Temperatur spontan fallen. Die Worgennase verzog sich und kurz danach hörte man reges Treiben von draußen. Da wurde der Hof gefegt, ein Dach gedeckt, Gemüse geschnippelt und was man sonst so an einem völlig normalen Tag im Felsennest tat.
    • Was für ein Abend.... Lyrelle entstieg dem Kleid, an dem noch all die feinen Tabakgerüche hafteten mit denen die Luft in den Räumen des Varietés geschwängert gewesen war. Flüchtig steiften die Hände über die Narbe am rechten Schulterblatt bevor sie hinab wanderten zu den Schnüren der Corsage, die sie routiniert und langsam löste. Währendessen ließ sie den Abend revue passieren.

      Die Auftraktveranstaltung konnte man wohl als vollen Erfolg bezeichnen, fast jeder Tisch war voll besetzt und im Laufe des Abends drängten sich so viele Leute durch die Räume, das man kaum sein eigenes Wort verstand. Das Rahmenprogramm war dezent und so gewählt, das eigenen Gesprächen nichts im Wege stand, während man nebenbei unterhalten wurde durch Musik und berückenden Tanz. Nach der Begrüßung durch die Gastgeberin wurden Teilnehmer für den Eröffnungstanz gesucht, die Paarungen sollten ausgelost werden, das garantierte eine gute Mischung. Und so war es letztlich auch, vermutlich ergaben sich so einige charmante Verbindungen.

      Auch die Corsage legte sie nun ab, die Schuhe hatte sie schon längst unter das Bett verband, sie ging zu ihrer Waschschüssel und wusch sich ausgiebig. Als sie sich aufrichtete fiel ihr Blick erneut auf das Kleid, es wirkte in der zweckmäßigen Einrichtung der Baracke wie ein Fremdkörper, ungefähr so, wie sie sich noch vor ein paar Stunden selbst gefühlt hatte.

      Umso mehr ärgerte sie sich jetzt über Lorcan der ihr - aus einer Laune heraus oder aus welchem Grund auch immer – noch mehr solcher Abende eingebrockt haben könnte. Sie hätte ihm den Arm gleich wieder brechen sollen, nachdem sie den Gips später in der Taverne abgenommen hatte. Behutsam legte sie die feine Kette ab und warf sich seufzend aufs Bett. Einerlei, früher oder später würde auch dieser Abend nicht umsonst gewesen sein. Kaum lag sie auf dem Bett und hatte sich die Decke bis zum Hals gezogen, da fielen die Äuglein auch schon zu. Scheinbar doch ein recht anstrengender Abend.


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      Impressionen:

      Eingang


      Hauptraum



      Tanz


      Tanz



      Website:

      zwiefach.enjin.com/konzept
    • Viehmarkt in Kreuzlingen. Der Tag der Preisauslosung war gekommen und sie wollte sich unbedingt noch einmal mit den Tieren vertraut machen, gestern hatte sie es einfach nicht mehr geschafft, also trottete Lyrelle noch vor Mittag zu den Gattern. Die gutmütige Zwergkuh trabte gemächlich auf sie zu, ein Büschel grünes Gras lugte noch frech hervor und wurde mit stoischer Ruhe weg gemampft. Als Hörnchen nahe genug war, strich sie dem Tier sachte über den Rücken, das Fell glänzte, sie war wirklich eine Hübsche. Irgendwas zupfte am Gürtel. „Hey! Mein Wimpel ist nichts zum ess….och Mist!“ murrte Lyrelle als sie ihren grünen Wimpel eben noch dahin verschwinden sah, wo das Gras schon vorgegangen war. „Und wo bekomme ich jetzt einen neuen her?“ befragte sie die Kuh fordernd.

      *flatter* Ihr Blick folgte dem Geräusch. Natürlich! Die Wimpel die hier den Markt schmückten, würde doch nicht auffallen wenn einer fehlte. Augenblicke später hing sie am Baumstamm des nächstgelegenen geschmückten Baumes. „Jonathan? Wo ist ein Fassadenkletterer wenn man ihn braucht?“ wimmerte sie leise und robbte bäuchlings auf dem Ast vor, an dessen Ende das begehrte Seil mit dem noch begehrteren Wimpel hing. Nur noch ein kleines Stück, gleich, gleich…ja! Triumphal hielt sie den neuen Wimpel fest. *knack!* „Oh…nein…“ Das war dann zu viel für den Ast und wie auf einer steilen Rampe kullerte sie ins nächste Gatter…

      Ihr Aufprall war weich und schlammig. Während die meisten Schweine eher desinteressiert an dem Besucher wirkten kam immerhin Rüsselchen freudig angelaufen um ‚Hallo‘ zu sagen und ihr ein paar schlammige Nasenküsse auf die Backe zu geben…und wenig später auch auf die Wange. Sie rappelte sich auf und sah sich Vas Kathul Tharan gegenüber der seine Zigarre in den rechten Mundwinkel schob. „Sethem! Ihr hier? So eine Überraschung, ist echt lange her! Ich wollte mir gerade die Tiere für die Preisverlosung ansehen, Sethem! Ich helf‘ da nämlich Sethem. Ich helfe gern!“ plapperte sie ohne Luft zu holen. Tharan schob die Zigarre in den anderen Mundwinkel und ging in Richtung Taverne.

      „Dussel! Bwwaaaak!“ kam es von oben links. „Dooofkopp! Eh-eh-eh-eh-!“ Lyrelle schielte langsam hinauf zur Sitzstange des riesigen Papageien, der belustig auf sie hinabschaute und ein paar Mal mit den Flügeln schlug, eine kleine weiche Feder segelte hinab und blieb an ihrer schlammigen Hose haften. „Genug Inspektion, ich geh jetzt baden!“ murrte sie während sie wieder über den Zaun stieg.

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    • Winterhauchzeit – Zeit für Besinnlichkeit – Ruhe – Zeit für Salca an einem Ort einzukehren, wo möglichst wenig andere Menschen zu finden waren. Oder, wo sie möglichst von vielen Menschen gemieden wurde. Mit zufriedenem Seufzen ließ sie sich auf den recht bequemen Sessel im Großmeisterzimmer im Felsennest nieder. Ihr stummer Novize eilte schon in die Küche für einen Tee und wenig später verbreitete sich ein herrlicher Bergamotte Duft. :snowman:
      „Fröhliches Winterhauch, Vas Kathul. Beim Hölzer ziehen verloren?“ fragte sie milde lächelnd über den Rand der Tasse hinweg den eintretenden Offizier, der grüßte und Anstalten machte die für ihn typische Zigarre sogleich zu löschen, doch die betagte Klerikerin winkte ab. „Ist Winterhauch. Weitermachten, Soldat.“ sagte sie mild.

      Danke Sethem. Ist kaum einer hier, die Meisten sind in Seeschimmer feiern.“ meinte er gerade als die beschauliche Abendruhe von ohrenbetäubenden Brüllen und dem Quietschen kleiner Kinder durchbrochen wurde.

      Was ist das, Vas Kathul?“ Salca hob leicht eine Braue.
      Sir Arken…er mimt wieder den Altvater.“ kam es gepresst von ihm. „Jemand sollte ihn aufhalten.
      Wo ist denn diese Lara, Lars, Lisa..wie hieß sie noch gleich?
      Lyrelle. Ist auch in Seeschimmer und hat jetzt bestimmt Schluckauf.

      -- ein kleines Intermezzo in Seeschimmer an der Tavernentheke --
      Lyrelle macht:“Hicks!
      -- zurück im beschaulichen Felsennest – Szenenwechsel --

      Das festlich geschmückte Kaminzimmer wird Zeuge alljährlicher Freude beim Fest der Nächstenliebe. <3

      :holly:
      Spoiler anzeigen

      Bild mit DAZ erstellt Eula erlaubt priv/kommerzielle Nutzung der 2DRender&Videos
      :holly:

      -- beschauliches Felsennest, ein Zimmer weiter --

      Salca nahm einen kleinen Schluck Tee, goss einen Schuss Sahne (zur Feier des Tages) hinein und lehnte sich mit einem zufriedenen Seufzen zurück. „Jedes Jahr das gleiche.“ ...und sie lächelte dabei.

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    • Es ist der Morgen nach dem ersten Tag des Magierturnieres, gräulich dämmert der Tag herein und Lyrelle schlägt müde die Augen in ihrem Bett auf. Dann plötzlich: Ein verstörend hoch gestimmter Schrei gellt durch das kleine Zimmer, vermutlich auch über den Flur bis in die Küche. Reflexartig greift sie nach ihrem Gegner und schleudert ihn mit aller Kraft und einigem Adrenalin mit Schmackes von sich.

      Beinahe kläglich kratzt das Glasauge über die Scheibe während die Schlange viel zu langsam – mag es nun Einbildung sein oder nicht – daran herabrutscht und mit dem hellen Bauch noch oben wie ein zu Boden gestürztes Marmeladenbrot liegen bleibt. Lyrelle keucht, kichert dann peinlich berührt und ertastet auf dem aufgewühlten Bett ein Stück Papier das sich wohl bei der Attacke gelöst haben muss.



      „Hoffentlich hat das keiner gehört.“ stöhnt sie leise und kratzt Hekati die Plüschige mit einer leisen Entschuldigung wieder vom Boden auf.
    • Noch lange saß Lyrelle in bequemer Haltung am Rande der fliegenden Stadt und beobachtete den Nachthimmel bis die Morgendämmerung das Schwarz in das erste silberne Grau umfärbte, die Plüschschlange Hekati wurde dabei schamlos als Kopfkissen missbraucht. Eine ereignisreiche Woche lag nun hinter ihr, noch nie hatte sie so umfänglich einem magischen Kräftemessen beigewohnt und es war schon erstaunlich, wie weit man mit einer Schneekugel und einer einarmigen Orc-Puppe kommen konnte. Oder wie eigenwillig verzauberte Gegenstände werden konnten und natürlich über welch eine Bandbreite so mancher Zauberwirker verfügte. Kein Wunder, das einem diese Kunst lebenslang Disziplin abverlangte.

      Der wirkliche Höhepunkt für sie waren aber die Gäste des Spektakels, die diesem ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt hatten. Neugierde, Zurückhaltung, Missgunst, Freundschaft alles kam zum Tragen und allein schon das Beschauen der Gäste hätte sich gelohnt. Doch da waren noch ihre wahren Helden, die tapferen Ladies und Gentleman vom Buffet und dem Souvenirstand, dem Empfang und die Ausrufer, dank derer man wusste, wie es um die andere Gruppe stand und die auch mit Humor nicht geizten.

      Ob wohl auch nur ein Mensch so eine Büste gekauft hatte? Und ob’s die jetzt mit 95% Preisnachlass gab? Vielleicht sollten sie es beim nächsten Mal lieber mit Schlüsselanhängern versuchen… Lyrelles Kopf fiel dank Sekundenschlaf schwer gegen die Mauer hinter ihr und wurde nur von Hekati vor einer Beule bewahrt. Murmelnd stand sie auf, die Plüschschlange sah inzwischen ziemlich zerknautscht aus und beinahe lag ein vorwurfsvoller Ausdruck in den Glasaugen.

      So tapste sie durch die morgendlichen Straßen zum Gasthaus, eine Erkenntnis aber war zumindest sicher, resümierte sie in Gedanken, als sie die letzten Tage durchging: Im Gastgebenden Hause der Magie und Mysterien schien selten alles so zu sein, wie es der erste Blick vermuten ließ… Sie schaffte es dann gerade noch ihre Stiefel abzustreifen da lag sie schon mit dem Gesicht voran auf dem Bett und träumte selig einen wirren Traum.
    • Heute Nacht hatte Lyrelle einen seltsamen Traum. Sie war mit zwei wunderschönen Frauen auf einer einsamen Insel um Sir Arken zu finden. Eine Spur aus goldenen Bananen würde ihnen den Weg weisen doch sie fanden nur die leere Rüstung und eine Flasche Walnussöl.

      Die blonde der beiden Frauen kombinierte daraufhin klug, dass sich Sir Arken mit dem Öl eingerieben haben müsse und so seinen Häschern entschlüpft sei. Die Dunkelhaarige indessen schlug vor, die Zeit für Vergnüglichkeiten zu nutzen. Und so verbrachten sie gemeinsam ein paar sorglose Tage beim Bananenessen, Rum saufen und „tropische Frösche anlecken.“

      Schließlich aber bahnte sich ein Unwetter an und so berieten sie, ein Katapult zu bauen um sich weit aufs Meer zu schießen, damit der Weg zum Festland nicht mehr so lang war. Das fand Lyrelle total plausibel und gerade wollte sie vorschlagen, zunächst ein paar Affen zu schicken. Sobald einer mit einem grünen Zweig zurückkehrte wüssten sie wo das Land am nächsten war.

      Doch jäh wurde sie von einem knatternden Geräusch und dem Duft geschwefelter Banane geweckt. Auf ihrer Brust saß ein Affe mit Augenklappe. „Das hast du mit voller Absicht gemacht!“ sagte sie und drückte dem Affen die Hand ins Gesicht, jenes Gesicht mit den hängenden Mundwinkeln das sie an irgendwen erinnerte aber sie kam nicht drauf, und schob ihn weg.

      Dann fiel ihr alles wieder ein. Sie war nicht mit zwei wunderschönen Frauen auf der Insel, es waren zwei halbstarke Kerle und von Sir Arken fehlte immer noch jede Spur. Auch goldene Bananen gab es nicht und würden sie nicht bald einen Weg hier weg finden, gäbe es nach dem Sturm nicht mal mehr Affen die man auf ein Katapult schnallen konnte.

      Sie schlug die Hände vors Gesicht. „Ich werd zu alt für diesen Scheiß.“ Nuschelte sie in die Handflächen während über ihr langsam ein neuer Tag anbrach.
    • Lyrelle rollte unruhig auf ihrem Lager hin und her. In ihrem Traum stand sie am Strand, die Morgendämmerung färbte den Himmel in zartes Himbeerpuddingrosa mit einem Schuss Vanillesoße, voraus wirkte alles idyllisch und ruhig, doch sie wusste, würde sie sich umdrehen wären da die drohenden Sturmwolken und zuckende Blitze. Sie sah nach rechts, zwei Baumstämme waren übereinander gelegt sodass sie an eine Wippe erinnerten und hoch darüber, das unsägliche Portal durch das sie hierher geworfen wurden.

      Die junge Frau nickte und begab sich zu der „Wippe“ in freudiger Erwartung saß dort schon der kleine Affe und sein Greifschwanz zuckte und ringelte sich in Vorfreude, ein grobes Seil war an seinem Fußgelenk angebunden, das andere Ende an der ebenerdigen Seite der Wippe befestigt. „Tapferer kleiner Mann.“ Lyrelle tätschelte den Affen und legt ein paar Bananenchips auf die Wippe und positionierte den Affen darauf.
      Sie atmete tief durch ging zum anderen Ende, nahm Anlauf und sprang auf das Hohe Ende des Baumstamms. Wie zu erwarten schoss der kleine Affe quikend in den Morgenhimmel. „Du musst dich da oben an irgendwas gut festhalten.“ schrie sie dem Tierchen nach und tatsächlich streckte der Affe die Ärmchen nach dem Rand des Portals aus und <<spang!>> Das Seil straffte sich als es seine maximale Länge erreichte, so ein paar Zentimeter vor dem Portal.

      Während das Äffchen wütend schreiend und zappelnd gen Strand zurückfiel wurde Lyrelle bewusst, das Kopfrechnen wohl nicht ihre Stärke war und als sie in das zornige Affengesicht das ihr da so entgegen raste sah wurde es ihr plötzlich klar, der Affe sah aus wie….!

      Schweißgebadet erwachte die Adjutantin und schüttelt rasch die Erinnerungen an diesen bizarren Traum ab, die sofort verblassten als sie aufstand um hinaus zu gehen. Sie querte die drei gefangenen „Trolle“ … „Guten Morgen Joschlik, Boblik und Schaschlik.“ Und den schwebenden Schädel „Guten Morgen Morte.“ Und trat hinaus, der Himmel war nicht Himbeerpuddingrosa mit einem Schuss Vanillesoße, er war blassblau mit leichtem Grau übertüncht und ein merklicher Wind war aufgekommen.

      Sie stemmte die Hände in die Hüfte und nickte energisch. Sie wusste was zu tun war. Sie musste ein paar dieser Brabbelspinnen fangen, mit dem Gift würde sie ein Vermögen machen!
    • Der Tag an dem alles endete…

      Lyrelle saß am Strand, die letzte leere Rumflasche des Captain J-Punkt S-Punkt neben ihr, ein Stück handgeschöpftes Papier vor sich, beschrieben mit selbstgemachter Tinte aus gekochter Bananenschale und ein paar rostigen Nägeln. (kein Scheiß, das geht!) Der um seine Schwungfeder beraubte Papagai saß in einer nahen Palme und schimpfte lautstark während Lyrelle ihre Unterschrift mit der schillernd blauen Feder aufs Papier setzte und noch mal laß.

      „Lieber Orden,
      wenn du das hier lesen solltest, habe ich es nicht geschafft. Ich werde tot oder schlimmer mit zwei halbstarken Jungspunden auf einer namenlosen Insel verdammt sein. Und da ist dann noch dieser Affe und das Einhorn, das außer mir aber niemand zu sehen scheint. Ich hätte gern noch den Tag erlebt an dem ich mal aus dem Orden ausheiraten kann aber immerhin, inzwischen kann ich aus Blättern schon ganz ansehnliche Schirmchen flechten und damit meine Kokosnussmilch genießen, man kann eben nicht alles haben im Leben. Es war schön mit euch! Manchmal. Meistens.
      Küsschen und Schlüsschen
      Lyrelle

      P. S. wenn einer von euch zufällig gern einsame Inseln erforscht: Kommt gefälligst und rettet uns!“

      Mit einem Seufzen stopfte Lyrelle das Papier in die Flasche und warf sie aufs Meer.
    • "Du *smash* musst *smash* besser *smash* haushalten! *krach*" Nach jedem Wort fuhr die einhändige Axt gegen den Schild, den Lyrelle nur noch mühselig oben halte konnte. Ihr Körper vibrierte bei jedem Schlag und der Schildarm fühlte sich schon taub an. Streng genommen hielt sie nur noch das letzte bisschen Trotz aufrecht, doch beim letzten Schlag ließ sie ihre Waffe scheppernd zu Boden fallen. Das vereinbarte Zeichen zur Aufgabe. Beide Frauen nahmen ihre Helme ab, trotz der morgendlichen Kühle zeugte glänzender Schweiß von der Anstrengung.

      Die Erfahrenere trat näher und legte Lyrelle beide Hände an die Schultern. „Du darfst nicht mehr so kämpfen wie in leichter Rüstung. Schnelligkeit nützt dir nur noch etwas, wenn du deinen Gegner auch schnell überwältigst.“ Lyrelle fühlte sich bei der eindringlichen Belehrung wie ein Kind, ihr war klar, das sie noch nie ein besonders guter Kämpfer gewesen war und es auch nie sein würde. Aber als sie aufsah und sich ihre Blicke trafen erkannte sich auch ein gewisses Maß an Anerkennung. Vielleicht war sie doch kein ganz hoffnungsloser Fall.

      Undine trat zurück und betrachtete Lyrelle einen Moment schweigend. „Entwickle ein Gefühl für das Gewicht, lerne den Takt der dir die nötige Ausdauer ermöglicht.“ Lyrelle langte nach ihrem Schild, die Muskeln protestierten schmerzend bis in die Schulter hinein und Undine winkte ab. „Für heute genug. Gehen wir uns waschen und morgen will ich dich bei Berta sehen.“ „Berta?“

      Im Vorbeigehen deutete Undine auf eine Trainingspuppe die jemand sehr bemüht wie eine dralle Orcfrau hatte aussehen lassen. „Sie wird dir mit unendlichem Langmut dabei helfen deine Ausdauer zu entwickeln.“ Undine ließ sich zu einem Grinsen hinreißen und schlug mit der Hand in freundschaftlicher Geste auf Lyrelles Rücken das es schepperte.
    • Lyrelle kam erst spät heim nach einer spannenden Auktion in Eisenschmiede mit einem kleinen Zwischenstopp in Sturmwind. Doch an Schlaf war noch nicht zu denken, so begab sie sich in die Schreibstube um die neusten Unterlagen zu sichten. Als die Müdigkeit sich doch einschlich zog sie das Pulver aus der Tasche, das sie sich von der Alchemistin ihres Vertrauens besorgt hatte. Ein Glas Wasser und … verdammt! Was hatte Talischa gesagt? Ein Glas Wasser und zwei Löffel oder? Oder war es zwei Glas Wasser und ein Löffel? Ne. Sie nahm einen gehäuften Löffel, das war gut, in Bärenfels waren die Löffel eben größer, ein Löffel und noch eine Priese. Jawohl. Umrühren. Trinken. Weitermachen.

      So arbeitete sie in den Morgen hinein bis…

      …ja bis ein riesiger Keiler die Tür aufstieß. „He du, Schreiberling!“ bellte er, während die Zigarre in seinem Mundwinkel bedrohlich auf und ab hüpfte. „Ich beantrage, dass dieser Ort in Schweinefels umbenannt wird!“ Lyrelle hob die Hände. „Guten Morgen der…Herr? Ich befürchte, das übersteigt meine Kompetenz und wieso sollten wir so einen Unsinn überhaupt machen?“ Der Keiler beugte sich über den Tisch. „Na, wann hast du denn hier zuletzt einen Bären gesehen, Mädchen? Hmmmmm?“ Lyrelle hustete als sie eine Zigarrenwolke einhüllte, der Keiler hatte sich schon wieder zur seiner Größe aufgerichtet „Wenn ich hier was zu sagen hätte…“ philosophierte er und…. „Ich hab es määäährtig!“ wurde er von einem knallrosa Schaf unterbrochen.

      Das Schaf sprang auf den Tisch und hielt Lyrelle ein knatterndes Goblinüberbrückungskabel XL entgegen das zu einem Arm- oder Halsreif auf verwegene Weise umgearbeitet worden war. Die junge Frau sprang zurück. „Ich hab Fass doch gesagt, wir testen das nicht zuerst am Großmeister.“ Die Tür wurde abermals aufgestoßen. „Hat sie auch nicht!“ In der Tür stand ein grauer Hase, das kunstvolle priesterliche Ornat hinterließ kleine Dampfkringel und die heiligen Schriftbänder waren zusammengerollt wie deplatzierte Löckchen. „Deine Spesenabrechnung kannst du vergessen.“ Eröffnete der wütende Mümmelmann der Adjutantin und begleitete jedes Wort mit einem zornigen Klopfen der Hinterbeine.

      Lyrelle wich an die Wand zurück, konnte es schlimmer kommen? In dem Moment schob ein stattlicher Hengst mit blonder Mähne seinen Kopf durch das Fenster. „‘chalo junge Frau, heute Abend schon was vorrrr“ schnarrte er ihr zu. Bevor Lyrelle mit offenem Mund irgendwas hervorstottern konnte zupfte jemand an ihrem Hemd, ein blinder Waschbär mit Stock und Blechtasse stand vor ihr. Automatisch warf sie eine Münze in die Tasse und erhielt dafür einen Zettel.

      Tali sagt: Geh schlafen!

      Das schien ihr eine ausgesprochen gute Idee, an die Wand gedrückt schlich sie Richtung Tür und bekam nur noch am Rande mit, wie das Schaf den Keiler elektroschockte, dieser den Hasen vom Tisch fegte und während alle drei wütend durch das Zimmer kullerten der Hengst mit dem Waschbären flirtete oder umgekehrt.

      „Jetzt fällt es mir wieder ein!“ rief Lyrelle plötzlich. „Ein Teelöffel auf ein Glas Wasser!“ Sie stand mitten auf dem Hof, eine Purpureule zog ihre letzten Kreise bevor die Sonne aufging, ein paar Blätter rauschten und als der brandende Jubel irgendwie ausblieb schlich sie leise in die Baracke und schlief kurz darauf wie ein Stein.

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    • Ein typisches Training mit Undine.

      „Du musst lockerer werden mit dem Schild!“ Metall schlug auf Metall „Er ist wie dein verlängerter Arm, du darfst ihn nicht so führen als gehöre er da nicht hin.“ rief Undine ihr zu als sie sich abstieß und zurück in die Ausgangsstellung ging. Lyrelle murrte als Antwort, öffnete die Verteidigung etwas um zum Gegenschlag auszuholen und…

      …“Wenn du zu viel nachdenkst wo du damit hin sollst kann dich dein Gegner zu schnell überraschen.“ Metall sirrte durch die Luft, da wo Widerstand sein sollte war auf einmal keiner mehr. Lyrelle zog überrascht die Luft ein „Wassssaaaaah!“ Es schepperte, Staub wirbelte auf.



      Ein typisches Training mit Undine.

      Eine Magierin trat aus dem nahen Turm, ein schimmerndes Buch schwebte vor ihr und ohne hinzusehen stieg sie über die am Boden liegende Lyrelle hinweg, derweil herzhaft in einen Apfel beißend. Schmatzend meinte sie „Willst du nicht lieber Schamane werden, oder so?“ Lyrelle murmelte etwas Unverständliches und sehr wahrscheinlich unanständiges während sie ihr Gesicht einfach in den Sand drückte.

      Ein typisches Training mit Undine, eben.